Interview Jens Zimmermann

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OAI – Der neue Offroadsportverband für den Breitensport (Interview in Motocross Enduro spezial 2/2010)

Frage: Vor gut zwei Jahren wurde relativ unspektakulär mit der Offroad Association International (OAI) ein neuer Verband für den Offroad-Sport gegründet. Dieser hat sich die Förderung des Motorrad-Breitensports und des Nachwuchses auf die Fahnen geschrieben. Was steckt hinter dieser OAI, und was hat sie in den vergangenen zwei Jahren im Breitensport bewirkt? Wir haben Jens Zimmermann, den Leiter der Sportabteilung der OAI, befragt.
Herr Zimmermann, was steckt hinter der OAI und aus welchem Grund wurde sie eigentlich aus der Taufe gehoben?

Zimmermann: „Natürlich fragt man sich zunächst, ob es notwendig war, einen weiteren Verband zu gründen, und welche Vorteile das nun bietet. Ich möchte das möglichst einfach und verständlich erklären. Der Sport-Promotor BABOONS hat über mehrere Jahre den Cross Country Sport in Deutschland und weiteren europäischen Ländern etabliert. Aber selbst als Cross Country sich als eine der beliebtesten Rennsportart im Breitensport etabliert hatte, konnten die bestehenden Verbände nicht wirklich etwas damit anfangen. Noch heute werden Cross Country Wettbewerbe als „Mehrstundenenduros“ oder „Langstrecken-Motocross“ bezeichnet und nicht als eigenständige Sportart gesehen. Dadurch ist es den etablierten Verbänden nicht möglich, in dieser eigenständigen Sportart überregionale Meisterschaften auszuschreiben oder gar internationale Verknüpfungen von Meisterschaften anzustreben. Wenn wir aber Nachwuchs im Cross Country Sport haben wollen, der sich international messen kann, dann müssen wir nationale und internationale Meisterschaften ausschreiben. Dies war einer der Gründe, weshalb die OAI nötig wurde. So hat die „Deutsche Cross Country Meisterschaft“ jetzt ihr Prädikat und ist Teil der Europäischen Cross Country Meisterschaft, bei der inzwischen neben Deutschland auch Österreich, Italien, England und in Kürze auch die Niederlande mitmachen. In den USA ist Cross Country übrigens schon längst als Sportart etabliert und mit unserer Partnerserie GNCC sehr erfolgreich.“

Frage: Heißt das, die OAI ist ein reiner Breitensport-Verband?

Zimmermann: „Ja und nein. Bisher waren nationale oder gar internationale Meisterschaft mit ellenlangen Reglements und vielen Auflagen und Hürden für den Hobbyfahrer verbunden. Auf die Belange des Breitensports wurde kaum Rücksicht genommen. Die OAI hat sich auf die Fahnen geschrieben, das zu ändern. Obwohl die XCC-Serie inzwischen in vier (bald fünf) Nationen abgehalten wird und viele internationale Spitzenfahrer daran teilnehmen, ist sie immer noch einfach und unkompliziert für die Hobbyfahrer. Es gibt neben dem Hobbysport wie gesagt auch den Spitzensport in ein und derselben Veranstaltung. Noch immer kann jeder einfach kommen und mitfahren. Möglich macht das die spezielle Klasseneinteilung, die auch dem Einsteiger die Möglichkeit gibt, in einer internationalen Serie ohne großen Aufwand mitzufahren. Das ist uns besonders wichtig, und wir werden alles dafür tun, dass dies so bleibt.“

Frage: Es ist ja unstrittig, dass die XCC-Serie ein Selbstläufer ist und genau den Nerv der Szene trifft. Beschränkt sich das Engagement nur auf die Sportart Cross Country?

Zimmermann: „Die XCC ist nicht einfach ein Selbstläufer, sondern das richtige Konzept zur richtigen Zeit. Aber ein weiterer Grund für die Gründung der OAI war, dass immer mehr Spielarten von Offroad-Wettbewerben ins Leben gerufen werden - sei es im Extrem-Enduro-Bereich, im Speed Cross oder einfach Spaß-Veranstaltungen für Fahrer und Zuschauer. Auch hier haben die etablierten Verbände oft ein Problem mit der offiziellen Genehmigung und in der Folge auch die Veranstalter mit der versicherungstechnischen Absicherung. Hier will die OAI helfen. Egal, ob es sich um einen Vereinsmeisterschaftslauf, ein „Stoppelcross“ oder um einen Cross Country Wettbewerb handelt: Veranstalter können ihre Veranstaltung bei der OAI melden, und wir bieten Unterstützung und eine Versicherungsmöglichkeit an. Vor allem will die OAI auch über die versicherungsrechtlichen Hintergründe aufklären, da es in Deutschland noch immer viele Veranstaltungen gibt, die nicht den gesetzlichen Regelungen entsprechend abgesichert sind. Veranstalter und Teilnehmer wandeln dort auf sehr dünnem Eis. Gerade Möglichkeiten zu schaffen, Hobbyveranstaltungen besser abzusichern und über mögliche Gefahren und Lücken aufzuklären, ist eine der Aufgabe der OAI. Das sind zwar auch Punkte, die sich andere Verbände auf die Fahnen schreiben, die OAI will sich aber ganz speziell im Breitensport- und Hobbybereich, im lizenzfreien Motorsport und auch bei neuen Wettbewerbsarten engagieren.“
 
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