GCC-Saison-Rückblick

Eine halbe Million Cross Country Kilometer!

Die Deutsche Cross Country Meisterschaft 2010 ist Geschichte - und was für eine. Insgesamt gab es in der abgelaufenen Saison 4.414 Starts, es wurden 75.038 Runden auf sieben tollen Cross-Country-Strecken gedreht, was einer gefahrenen Gesamtdistanz von 502.754 Kilometern entspricht. Die 1215 eingeschriebenen GCC-Piloten samt Gastfahrern umrundeten also zusammen etwa zwölfeinhalb Mal die Erde oder flogen zum Mond und fast wieder zurück. Das ist Breitensport pur. Und dabei steht am Ende einer als unangefochten Schnellster fest: „Mr. Cross-Country" Simo Kirssi.

Kirssi war bereits nach dem vorletzten Lauf in Mühlhausen vorzeitig neuer Deutscher Cross-Country-Meister. In einem hochdramatischen Rennen sicherte er sich auf der 450-er BMW mit einem dritten Tagesrang den Titel. Dritter nur deshalb, weil in einer wahren Schlammschlacht seine Maschine nur 50 Meter vor dem Ziel Wasser schluckte und dabei Schaden nahm und er sie deshalb zu Fuß ins Ziel schieben musste. Den Sieg erntete so sein finnischer Landsmann Samuli Aro, der seine KTM unbeschadet über die Ziellinie brachte, vor dem jungen Chris Gundermann (Yamaha). Glück hatte Kirssi dabei auch noch. Der Lauf wurde nämlich wegen der chaotischen Wetterverhältnisse früher abgewunken.
Beim Finale in Schefflenz trat der 30-jährige Finne zum „Schaulaufen" an. Und wieder zeigte er eine Präsenz wie kein Zweiter. Es wurde ein lupenreiner Start-Ziel-Sieg, quasi in einer eigenen Klasse. Am Ende lag Kirssi über zweieinhalb Minuten vor seinem Markenkollegen Mickael Musquin und dem starken Christian Weiß (TM Racing), der sich als Gesamtvierter der Serie den inoffiziellen Titel „bester Deutscher" in diesem Jahr knapp vor Steffen Albrecht sicherte.

Zum Saisonbeginn hatte es gar nicht nach einer „Kirssi-Show" ausgesehen. Beim ersten Lauf in Sonneberg war der Finne blass geblieben und weit hinter seinen Möglichkeiten. Erst danach besann er sich seiner Qualitäten und steigerte sich von Rennen zu Rennen. Am Saisonende stehen nun fünf Siege (bei sieben Rennen) in seiner Rennbilanz.

Bei den XC-Experts, der nationalen Spitzenklasse, gab es ebenfalls einen Dominator. Derrick Görner (Husaberg) holte sich auch frühzeitig in Mühlhausen den Titel vor Lars Reuther (KTM), der allerdings in Sonneberg und Marisfeld nicht angetreten war, und Michael Herrmann (Husqvarna).

In Schefflenz stieg am Abend danach die traditionelle Meisterfeier mit angeschlossener Motorenweitwurf-EM, die einmal mehr Willi Hanisch für sich entschied. Die GCC-Community war mit Begeisterung dabei  und feierte ihre Meister im bunt geschmückten Festzelt bis in den frühen Morgen.

Nun darf man bereits gespannt sein, was die nächste GCC-Saison bringen wird. Gibt es einen Abschied der Meistermarke BMW aus dem gesamten Offroad-Zirkus, wie schon bei der Enduro-WM  und kommt dafür  Husqvarna, voll aufgeladen mit BMW-Power? Wechselt Simo Kirssi hausintern zu Husky oder schnappt sich ein anderer Hersteller den Finnen? Ebenso wenig ist bekannt, welche Hochkaräter KTM ins Rennen werfen wird. Der Slovake Stefan Svitko, immerhin Europameister, und der mehrfache Enduro Weltmeister Samuli Aro waren gegen Ende der Serie keine echten Gegner mehr für Kirssi. Legt der Marktführer in diesem Prestigeduell nach oder konzentrieren sich die Mattighofener ausschließlich auf die bewährte Präsenz und den Service für ihre immerhin 430(!) Fahrzeuge in der Serie. Kawasaki und Yamaha sind ebenfalls auf der Suche nach Cross Country Toppiloten. Steht nächste Saison ein komplett neues Farbspektrum auf dem Podium? Was planen die Traditions-Offroadmarken Husaberg, Gas Gas und Co? Viel Raum für Spekulationen.

Nach der Saison ist vor der Saison. Die Einschreibung zur Serie 2011 öffnet am 10. Oktober um 10.10 Uhr. Die Einschreibegebühr ist gleich geblieben. (Ein Bericht zu den Quad-Klassen der GCC folgt im nächsten Heft).

Ergebnisse unter www.xcc-racing.com